Grundauftrag und Ziele
Der Grundauftrag unserer Familienbildungsarbeit besteht darin, durch das Sich-Einsetzen für den Anderen und das Aufzeigen von neuen Wegen gelingendes und stärkendes Familienleben zu unterstützen. Unsere Angebote richten sich an alle Menschen – gleich welchen Alters, welcher Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung, mit oder ohne Beeinträchtigung. Unter Berücksichtigung der besonderen Bedeutung der frühen Jahre der Kindheit ist uns die Sensibilisierung und Wertschätzung von Eltern für die Bedarfe und Bedürfnisse von Kindern ein wichtiges Anliegen. Wir engagieren uns für werdende Eltern, für Mütter, Väter, Pflege- und Adoptiveltern, Großeltern, Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Lebenslagen sowie Familien- und Lebensformen. Die Würde und die Wertschätzung jeder/s Einzelnen sind mit unserem Auftrag untrennbar verbunden. Unser Ziel ist es, Chancengleichheit in unserer vielfältigen Gesellschaft zu fördern und soziale Ungerechtigkeit zu überwinden. Unsere Arbeit wirkt präventiv. Kindern ihren Weg ins Leben zu öffnen, sie dabei zu schützen und zu fördern, ist Leitmotiv unserer Familienbildungsarbeit. Dem kommen wir mit Bildungs- und Erziehungsangeboten nach, die die gesunde Entwicklung der Kinder fördern und die Eltern-Kind-Beziehung stärken.
Träger und Organisation
Der gemeinnützige Verein ‚Familienbildung Friedensstraße e.V.‘ ist Rechtsträger unserer Familienbildungseinrichtung. Er ist Mitglied im Spitzenverband Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.. Ein ehrenamtlicher Vorstand trägt die Gesamtverantwortung. Geschäftsführung und Aufsicht obliegen einer hauptamtlichen Leitung. Fachbereichsleitungen gestalten und organisieren die Kursarbeit. Gemeinsam sorgen sie für die Verwirklichung des gesetzlichen Bildungsauftrages (nach SGB VIII und WbG NRW).
Unser Familienbild
Familie verstehen wir als Lebensgemeinschaft, in der generationsübergreifende Verantwortung für- und miteinander übernommen wird. Wir erkennen die gesellschaftliche Pluralität unterschiedlicher familiärer Lebensformen an und begegnen allen Familienkonstellationen mit Offenheit, Wertschätzung und Respekt. Unser Familienbild basiert auf einem humanistischen Menschenbild, das den Menschen als ein beziehungsorientiertes, freiheits- und entscheidungsfähiges, verantwortungsvolles, bildungsfähiges und nach persönlicher Entfaltung strebendes Wesen versteht. Weitere Kernelemente unserer Bildungsarbeit bestehen in der Postulierung der Gleichheit aller Menschen sowie der Annahme einer an keine Voraussetzungen geknüpften Würdezuschreibung.
Unsere Bildungsarbeit
Ganzheitlich Lernen In unseren Bildungsangeboten geht es um ein ganzheitliches Lernen, das möglichst viele Sinne anspricht, das Spaß macht und den Transfer des Gelernten in den Alltag einübt und festigt. Dieses ganzheitliche Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ ermöglicht im Gegensatz zu einer reinen Wissensvermittlung ein vertiefendes, im wahrsten Sinne des Wortes begreifendes Verstehen und damit umfassendes, nachhaltiges Lernen.
Selbstwirksamkeit Ressourcenorientierung, Offenheit für Unterschiede und Wertschätzung füreinander sind eine wichtige Basis für individuelle Lernprozesse. Diese werden über Kursleitende initiiert und in einer Atmosphäre des voneinander Lernens erprobt und intensiviert. Die persönliche Begegnung der Teilnehmenden, der offene Austausch mit- und untereinander sowie die Schaffung eines Raumes, in dem ohne Bewertung und Anspruch auf Perfektion Verhaltensweisen reflektiert werden können, spielen in den Kursangeboten eine große Rolle. Unsere Familienbildungsarbeit bestärkt Menschen in ihrer Selbstwahrnehmung und ermutigt sie, für ihre persönlichen Bedürfnisse, Begabungen, ihren Körper und ihre Gesundheit Sorge zu tragen. Wir sehen den einzelnen Menschen im Kontext seiner sozialen und kulturellen Bezüge und setzen Impulse, um diesen für allgemeine gesellschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren und in seinem Verantwortungsgefühl für die Allgemeinheit zu stärken. So findet sich das Thema Nachhaltigkeit in Organisation, Haushaltsführung und der konkreten Kursarbeit wieder.
Demokratieförderung Persönliche Wachstumsprozesse von Menschen und die in der Elternbildung vertretenen Ansätze demokratisch anleitender Erziehungsmodelle, die Kursformate, in denen es in allen Fachbereichen um Dialog, Verständigung und Respekt voreinander geht, befähigen zum gemeinwohlorientierten und demokratischen Handeln. In diesem Kontext versteht sich unser Anliegen, Teilnehmende bei der Bildung von persönlichen Netzwerken zu bestärken, als logische Konsequenz.
Angebotsvielfalt Unsere Angebotspalette reicht vom Wunsch, eine Familie zu gründen, von der Vorbereitung auf die Geburt, über die Begleitung und Unterstützung von Menschen in allen Lebensphasen bis hin zu Fachbereichen, in denen die Vermittlung von Fertigkeiten und Kulturtechniken im Vordergrund stehen. Das Selbermachen, das Recyclen ausrangierter Gegenstände und Kleidung, das Erlernen alter und neuerer Handwerkstechniken fördert sowohl Alltagskompetenzen als auch die Kreativität der Teilnehmenden. Der umweltbewusste Einsatz von Lebensmitteln ist Teil unserer Bildungsarbeit für nachhaltige Entwicklung. Wir sensibilisieren für andere Kulturen und deren Lebensweisen. Unsere Angebote der Gesundheitsförderung sind ein lebensbegleitender, ganzheitlicher Prozess, der Menschen befähigt, auf die Anforderungen ihres Lebens zu reagieren und Resilienz zu entwickeln. Wir machen niedrigschwellige, bedarfs- und sozialraumorientierte Angebote, die präventiv und gesundheitsfördernd wirken. Unsere Angebote sind damit auch ein wesentlicher Baustein der kommunalen Präventionskette zur Förderung des gelingenden Aufwachsens für alle Kinder und Jugendlichen.
Unsere Qualität
Die Qualität unserer Bildungsarbeit liegt uns am Herzen. Seit 2010 sind wir nach dem Paritätischen Qualitätssiegel Weiterbildung zertifiziert. Durch die fachliche Weiterentwicklung unserer Kursangebote sowie die Auswertung von Rückmeldungen von Auftraggebern, Kursleitenden, Teilnehmenden und Kooperationspartnern sichern wir die Qualität unserer Arbeit. Dabei berücksichtigen wir neben unserem Bildungsauftrag auch Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitsaspekte. Überzeugt von der Wichtigkeit und Bedeutung lebensbegleitenden Lernens gehören Fachkonferenzen und Fortbildungen für hauptamtlich Mitarbeitende und Honorarkräfte u.a. zu unseren Standards.
Finanzieller Rahmen
Öffentliche Mittel auf der Grundlage des Zweiten Weiterbildungsgesetzes (WbG) des Landes NRW und des Sozialgesetzbuchs VIII (§§ 1-10 und §16) zur Förderung der Erziehung in der Familie sowie kommunale Projekt- und Fördermittel bilden aktuell ca. 40 % unserer Einnahmen. Rund 60 % erwirtschaften wir über Kursgebühren. Projektbezogene Drittmittel werden von uns eingeworben. Diese ermöglichen uns, kostenfreie Kurse für sozial benachteiligte Zielgruppen anzubieten, um vielfältiger zu werden und Familien aus unterschiedlichen Kulturkreisen und sozialer Herkunft zusammenzuführen. In diesem Zusammenhang sind uns verlässliche Kooperationsstrukturen mit unterschiedlichsten Partner:innen wie z.B. Familienzentren, (Grund-) Schulen, gesundheitsfördernden Einrichtungen, Familientreffs, Vereinen etc. sehr wichtig.