Die FamilienBildung Friedensstraße ...

...arbeitet politisch und konfessionell unabhängig und ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Es ist eine anerkannte Einrichtung der Weiterbildung und Träger der freien Jugendhilfe.

Im Trägerverein FamilienBildung Friedensstraße e.V. sind Personen vertreten, die sich vor dem Hintergrund verschiedener Professionen für die Familienbildungsstätte engagieren. Darüber hinaus sind diese Verbände vertreten: Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Deutscher Kinderschutzbund, Deutscher Frauenring, Kreisgruppe des Paritätischen Münster.

Die FamilienBildung Friedensstraße - 1957 als Anna-Krückmann-Haus gegründet - ist Münsters älteste politisch und konfessionell unabhängige Familienbildungsstätte und ist mit dem Paritätischen Siegel Weiterbildung zertifiziert.

 

Erklärung zur Namensänderung des Vereins

Im Juni 2024 haben sich die Vereinsmitglieder einstimmig für die Umbenennung der seit 1957 bestehenden Familienbildungseinrichtung „Anna-Krückmann-Haus“ entschieden. Vorangegangen war ein längerer Prozess, in dem sich der Gesamtvorstand des Vereins und die Mitarbeiter:innen auf der Basis in Auftrag gegebener, wissenschaftlich fundierter, Recherchearbeiten intensiv mit der Biografie Anna Krückmanns beschäftigt haben.

Zentraler Beweggrund für die Entscheidung waren die Ergebnisse zum Wirken der früheren Namensgeberin. Die Zielrichtung ihres politischen Engagements sei nicht mit den Werten vereinbar, für die die Einrichtung seit vielen Jahrzehnten in Münster bekannt und geschätzt sei, betont die Vorstandsvorsitzende Frau Prof. Dr. Claudia Buschhorn.

Anna Krückmann engagierte sich gemeinsam mit ihrem Mann, dem Juraprofessor Paul Krückmann, in der Alldeutschen Bewegung Münsters. Das Paar befürwortete damit antisemitisches Denken und Handeln. Anna Krückmann unterstützte aktiv die Auswanderung in die Kolonien und verbreitete das damit verbundene rassistische Menschenbild durch ihre Tätigkeit in der Deutschen Kolonialgesellschaft. Von 1924 bis 1929 war sie als Vertreterin der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Münsters. Die Partei vertrat völkisch-nationale, anti-demokratische Ideen.

Seit der Nachkriegszeit wurde Anna Krückmann in Münster vor allem als engagiertes Mitglied und zeitweilige Vorsitzende des Hausfrauenvereins erinnert. Ihr dortiges, charitatives Wirken wird zur Benennung der Familienbildungseinrichtung in den 1950er Jahren beigetragen haben. Als politisch und konfessionell unabhängige Einrichtung distanzieren sich die heute Verantwortlichen von dieser Entscheidung ihrer Vorgänger:innen und betonen: „Die Bildungsangebote unseres Vereins sind offen für alle, unabhängig von Nationalität, Alter, Geschlecht, Bildungsstand und finanziellen Möglichkeiten. Wir fördern die Alltags- und Erziehungskompetenz von Eltern, sensibilisieren für Nachhaltigkeit und stärken gesundheitsfördernde Lebensweisen. Unsere Familienbildungsarbeit wirkt Demokratie stärkend und Toleranz bildend. Wir fördern Vielfalt und ein rücksichtsvolles Miteinander. Das möchten wir mit dem neuen Einrichtungsnamen zum Ausdruck bringen.“

Wir danken Dr. Michaela Kipp sowie Timm C. Richter für ihre fundierten Recherchearbeiten. Als weiterführende Literatur verweisen wir auf Dr. Michael Jung: Im Netz der Rechten. Das deutschnationale Professorenehepaar Krückmann und die Stadtgesellschaft in Münster, erschienen 2024 als Band 19 der Reihe Kleine Schriften aus dem Stadtarchiv Münster. Im Leitbild der FamilienBildung Friedensstraße werden Grundauftrag und Ziele der Familienbildungsstätte ausführlich dargestellt. Es kann über diese Webseite abgerufen werden.

 

Der Vorstand

Prof. Dr. Claudia Buschhorn, 1. Vorsitzende (Mitte)

Prof. Dr. Elfriede Brinker-Meyendriesch, 2. Vorsitzende (nicht im Bild)

Uta Budde, Schatzmeisterin (2. v. li.)

Heiko Wischnewski, Schriftführer (links)

Prof. Dr. Sabine Ader, Beisitzerin (rechts)

Jutta Malik, Beisitzerin (nicht im Bild)

Prof. Dr. Angela Wernberger, Beisitzerin (2. v. re.)

Dirk Winter, Vertreter des Paritätischen als geborenes Mitglied (nicht im Bild)